Restaurierungen

Abgeschlossene Restaurierungsarbeiten:

 

Seit dem Jahr 1992 konnten nachstehend dargestellte Restaurierungsarbeiten in der Klosterkirche abgeschlossen werden.

 

Immer wenn es unsere finanziellen Mittel zulassen, werden von den 12 unterschiedlichen Epitaphen die sich in der Klosterkirche befinden, welche zum Restaurieren fortgegeben.

 

Ein sehr großer Teil dieser wertvollen Gedenktafeln erstrahlt wieder in neuem Glanz.

 

Epitaphen/Gedenktafeln©Gesellschaft der Freunde des Klosters Preetz e.V.

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2.Klosterglocke©Klosterfreunde Preetz

1992

 

Die im zweiten Weltkrieg abgehängte, und dem Staat überlassene zweite Glocke wurde neu gegossen und in der Kirche wieder aufgehängt.

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barocke Kanzel von 167©Klosterfreunde Preetz

1994

 

Die barocke Kanzel von 1674 mit dem Evangelisten und der Paulusfigur konnte restauriert werden.

 

 

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Klosterorgel von 1573 © Klosterfreunde Preetz

2000

 

Die aus dem Jahr 1573 stammende Klosterorgel verein frühbarocke, barocke und romantische Elemente. 1838 wurde die Orgel im Zuge einer behutsamen romantisierenden Überarbeitung die heutige Gestalt gegeben. Durch einen größeren finanziellen Beitrag unserer Gesellschaft, konnte die Orgel restauriert und im Jahr 2000 feierlich eingeweiht werden.

 

Historische Orgel

 

Die Orgel der Preetzer Klosterkirche ist eines der kostbarsten klingenden Denkmäler im Lande, Sie hat eine lange Geschichte:

Die erste Erwähnung einer Orgel im Preetzer Kloster datiert von 1427.

1573 baute der Hamburger Orgelbauer Hans Köster ein neues Instrument, das seitlich in der Nähe des Chores aufgestellt wurde, Diese Orgel bildete den Kern des Hauptwerkes der Ahasverus-Schütze-Orgel aus dem Jahre 1686 im Westen der Klosterkirche. Wer den Prospekt – die „Schauseite“ – der Orgel betrachtet, wird unschwer erkennen können, dass Hauptwerk und Rückpositiv verschiedenen Epochen zuzuordnen sind. Eine Preetzer Besonderheit sind die großen hölzernen Prospektpfeifen der Pedaltürme in der Klosterkirche

( Daniel Busch ) und in der Stadtkirche ( Nikolei Plambeck ). Die Klosterorgel hat 25 Register auf Hauptwerk, Rückpositiv und Pedal, davon sind 18 Stimmen aus dem 16., 17. und 18. JHD. Das Instrument wurde 1999 von der Firma Marcussen in Apenrade restauriert. Am 1. Juni 2000 weihte Bischof Ludwig Kohlwage in Anwesenheit der Priörin Irmela Gräfin Brockdorf-Ahlefeldt, des Klosterprobsten Albrecht Graf Brockdorf-Ahlefeldt und der Ministerpräsidentin Heide Simonis, das „Kulturdenkmal von nationalem Rang“ mit den Worten ein: „Diese restaurierte alte Orgel soll Gott zu Ehren, der Gemeinde zur Freude und den Menschen zum Troste erklingen.“

 

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Lageplan Kloster Preetz®Klosterfreunde Preetz

2001

 

Der Lageplan im Torhaus und die Erläuterungstafeln auf dem historischen Klostergelände konnten in Zusammenarbeit mit der Grafikerin Ene Perlbach erstellt werden.

 

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Klosteruhr©Klosterfreunde Preetz

2002

Ein lange gehegter Wunsch konnte in Erfüllung gehen. Die aus dem Jahr 1788 stammende Klosteruhr wurde generalüberholt und schlägt nun (zum Leidwesen einiger Klosterbewohner) wieder im Halb-, bzw. Stundentakt

 

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Buch im Chore © Klosterfreunde  Preetz

2003

 

Das berühmte Buch im Chore der Priörin Anna von Buchwald, vom Ende de 15. Jahrhunderts, stellt in sehr detailierter Form das Klosterleben und die Herrschaftsformen der damaligen Zeit vor und ist dadurch bedingt, ein unschätzbares Zeitzeugnis. Dieses Buch bedurfte einer sehr umfangreichen Restaurierung, welche wir im Jahr 2003 einschließlich einer vollständigen Digitalisierung, ermöglichen konnten.

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Wappentafeln©Gesellschaft der Freunde des Klosters Preetz e.V.

2004

 

Die im südlichen Seitenschiff der Kirche aufgehängten Wappentafeln, auf ihnen sind die der Priörinnen, Konventualinnen und Klosterpröbste aufgelistet, aus dem Ende des 18. Jahrhunderts, wurde in einer sehr aufwendigen Restaurierung fertiggestellt.

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Johannesfigur 16.Jahrhundert © Klosterfreunde Preetz

2007

 

Im November 2007 konnten wir die Restaurierung der spätgotischen Johannesfigur veranlassen. Die Restaurierung dieser Johannesfigur konnte im April 2008 abgeschlossen werden.

Die Figur des Johannes Evangelisten stammt wohl aus einer Kreuzgruppe vom Beginn des 16. Jh. dessen zugehöriges Kruzifix nicht mehr erhalten ist.

 

©Dipl.-Restauratoren VDR Dorothée Simmert & Markus Freitag, Rieseby/Kiel

 

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Prophetenbildnisse 17.JH. © Klosterfreunde Preetz

2008

 

In den Monaten Juli und August 2008, wo es in der Klosterkirche am wärmsten ist, konnte endlich mit den Restaurierungsarbeiten an den Prophetenbildnissen begonnen werden.

 

Das Westgestühl von ca. 1335-1340 stellt den ältesten Teil des gotischen Nonnengestühls dar.

 

Es wird mit Baldachinen aus holzsichtigen, geschnitzten Maßwerkwimpergen bekrönt, deren Rücklagen alternierend aus blauem bzw. rot gefärbten Stoffgewebe bestand. Die Färbung ist heute stark ausgeblichen. Die Malereien in Ölfarben stammen aus der Mitte des 17. Jh. und entspreche zeitlich den barocken Übermalungen an den seitlichen Gestühlen.

 

©Dipl.-Restauratoren VDR Dorothée Simmert & Markus Freitag, Rieseby/Kiel

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 Schmerzensmann, 15. Jh.© Klosterfreunde Preetz

2009

 

Der Schmerzensmann, 15. Jh.

 

Der Schmerzensmann aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammt vermutlich aus der Werkstatt des Meisters der Möllner Altarfiguren (s. Dehio, Schleswig-Holstein, S. 698) und stellt mit zwei weiteren Figuren aus dem Kloster Preetz eine Szene aus den Stationen der Passion Christi dar.

 

©Dipl.-Restauratoren VDR Dorothée Simmert & Markus Freitag, Rieseby/Kiel

 

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 Kreuztragender, 15. Jh. © Klosterfreunde Preetz.

Kreuztragender, 15. Jh.

 

Die Figur des Kreuztragenden Christus stammt wohl aus der Mitte des 15. Jh. Sie bildet zusammen mit den ebenfalls zum Kloster gehörenden Darstellungen eines zeitgleichen Schmerzensmannes und der noch ältere Skulptur eines Palmesel-Christus (um 1300) einen selten umfassenden Bestand an Bildwerken aus dem Passionszyklus.

 

©Dipl.-Restauratoren VDR Dorothée Simmert & Markus Freitag, Rieseby/Kiel

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 Palmesel-Christus, ca 13. Jh. © Klosterfreunde Preetz

Palmesel-Christus, ca 13. Jh.

 

Die Figur des Palmesel-Christus stammt wohl aus der Zeit um 1300 und stellt damit eine frühe und für Norddeutschland eine seltene Darstellung dieses Bildthemas dar. Sie bildet zusammen mit den ebenfalls zum Kloster gehörenden Darstellungen eines Schmerzensmannes und eines Kreuztragenden Christus, beide aus der Mitte des 15 Jh. einen umfassenden Bestand an Bildwerken aus dem Passionszyklus.

 

©Dipl.-Restauratoren VDR Dorothée Simmert & Markus Freitag, Rieseby/Kiel

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Für die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, steht nun das ganz große Projekt:

 

„Restaurierung der historischen Bilderbibel in der Klosterkirche Preetz" auf unserem Arbeitsplan.

 

Bei der Bilderbibel handelt es sich um einen Gemäldezyklus mit Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament. Dieser Gemäldezyklus befindet sich in der nördlichen und südlichen Längsseite des Nonnengestühls, dem um 1700 Logenreihen mit Fensterbrüstungen vorgeblendet wurden. Es handelt sich um insgesamt 139 Bilder, die in zwei Reihen übereinander angeordnet sind. Die Rückwand des Nonnengestühls ist aus Eichenholz und war ursprünglich mit einer Bemalung in Öl von der Hand des Meisters Peter, aus Lübeck, um 1490 ausgestattet. Bei den heute sichtbaren Gemälden handelt es sich um Malereien aus dem 17. Jahrhundert. Sie zeigen auf der Südseite Abbildungen aus dem Alten und Neuen Testament, auf der Nordseite alttestamentliche Bildnisse der Propheten, Apostel und Heiligen.

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Restauratorin Katharina Martinelli©Der Reporter

Quelle : ( Text und Bild ) Der Reporter

 

Ausgabe vom 4. September 2013

Neuer Glanz für die Preetzer Bilderbibel

 

Plön Preetz - 4. September 2013

 

Seit über 300 Jahren erzählt die Bilderbibel im Nonnengestühl des Adeligen Klosters Preetz die Geschichten des Alten und des Neuen Testaments auf die wohl anschaulichste Weise überhaupt - 139 Bilder berichten farbenfroh und liebevoll gemalt von der Verkündigung der Geburt Christi, vom brennenden Dornbusch oder den Propheten. Mit der Zeit ist die Firnis des 17. Jahrhunderts gedunkelt, die Farbe hat Risse bekommen und doch haben die Bilder ihre Ausstrahlung nicht verloren - und damit das auch nie passiert, hat die Gesellschaft der Klosterfreunde sich auf die Fahnen geschrieben, sie restaurieren zu lassen.

"Es ist unsere letzte große Baustelle", sagt Otfried Kohl von den Klosterfreunden, die schon die Figuren in der Klosterkirche und so manch anderen Kirchenschatz zu restaurieren ermöglicht haben. Rund eine viertel Million Euro wird die Restaurierung der Bilderbibel kosten - ein Betrag, der sicherstellt, dass dieser Schatz die nächsten Jahrhunderte überdauert. "So einen Schatz gibt es in Deutschland nicht noch einmal - und wir haben mit Katharina Martinelli eine Restaurateurin gefunden, die mit ihrer Arbeit nicht nur uns sondern auch den Klostervorstand und das Denkmalamt überzeugt hat." Über das große Engagement der Klosterfreunde freut sich vor allem die Priörin Viktoria von Flemming - "der Förderverein hat so viel bewirkt, um diese Schätze zu erhalten, das ist mehr als bemerkenswert."

Auch ihr liegt die Bilderbibel sehr am Herzen, und dass jetzt angefangen werden konnte, sie zu restaurieren, ist eine große Freude. Die Bilderbibel ist eine Art biblia pampera, eine Armenbibel, aber die daraus die Bibelgeschichte lernen sollten, waren die Nonnen, denn das Innere der Kirche, den Nonnenchor, betrat das gemeine Volk damals nie. In den Wirren nach dem 30jährigen Krieg hatte die Ritterschaft das Nonnengestühl neu bemalen lassen, um die Nonnen während der Messen in der Bibelgeschichte zu unterweisen - kurzerhand malte der Künstler die Bilderbibel auf die ursprüngliche Malerei, die heute an überraschenden Stellen wieder zutage tritt.

Und Katharina Martinelli kümmert sich auch um diese kleinen "Fenster in die Vergangenheit", denn in einigen der Bilder hat sich die Farbe des 17. Jahrhunderts etwas abgelöst und die Bemalung aus dem 15. Jahrhundert kommt zum Vorschein. So schaut auf der Verkündigung Marias wie durch eine Luke der Gottvater herein, mal ist in einem Bild die Sonne zu sehen und auf Marias Kleid scheint alter Brokat durch - die ursprüngliche Malerei stammt aus dem 15. Jahrhundert, der Zeit der Priörin Anna von Buchwald. "Anna von Buchwald selbst hat die Farbe in Lübeck eingekauft", erzählt die heutige Priörin, "das ist belegt."

Rund 40 Stunden braucht Katharina Martinelli für jedes der 139 Bilder - es ist ein mühsamer Prozess, dem sich die Restaurateurin mit voller Konzentration und Kunstfertigkeit widmet. "Es geht darum, der alten Farbe wieder Leben einzuhauchen", erklärt sie. Dafür entfernt sie ganz behutsam die Firnis, ohne dabei die Malerei zu gefährden - allein das ist eine Kunst für sich. Dann festigt sie die Malschicht und füllt die durch Abrieb und Verlust fehlenden Stellen mit der Trateggio-Technik auf. Feinste Pinselstriche, die auf den ersten Blick wie eine Fläche aussehen, beim genauen Hinsehen kann man den Unterschied aber erkennen - und das soll auch so sein: "Wir sind nicht künstlerisch tätig sondern wissenschaftlich", erklärt Katharina Martinelli, "das schafft die nötige Distanz zum Künstler und seinem Werk."

Dass die Gewänder der Propheten, die Wiesen und Tapisserien auf den Bildern, die sie bereits restauriert hat, jetzt wieder viel farbintensiver sind, das liegt an der neuen Firnis, die Katharina Martinelli aufträgt - denn neue Farbe kommt nur zu minimalen Reparaturzwecken zum Einsatz. "Farbe verwende ich nur dann, wenn ich genau weiß, wie es war, sonst wird neutral retuschiert, um das Werk wieder komplett herzustellen." Jahrhundertealte Rezepte dienen ihr bei der Herstellung von Firnis und Leim - "da kommen keine Kunstharze dran", sagt die Restaurateurin, "das wäre ein Frevel." Die Firnis sättigt die Farben und schützt sie für die nächsten Jahrhunderte - wie weit Katharina Martinelli die Bilderbibel restaurieren kann, "das ist eine Geldfrage", sagt Otfried Kohl. Einen Teil der Summe haben die Klosterfreunde bereits zusammengetragen - ein großer Teil fehlt aber auch noch. "Wir brauchen immer weitere Spenden und freuen uns auch immer über neue Mitglieder." Wer sich für die Klostergesellschaft interessiert oder auch gern spenden möchte, der meldet sich bei Otfried Kohl unter 04342-80998.

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Hier eines der restaurierten Bilder - zum Vergrößern aufs Bild klicken

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Bilderbibel-Salomon©Gesellschaft der Freunde des Klosters Preetz e.V.

Objekt : Holztafelgemälde

 

Künstler/in : Unbekannt; Malerei im barocken Stil

 

Originale Malerei (verdeckt von barocker Malerei)

 

Meister Peter um 1490

 

Darstellung : "Salomon"

 

Datierung : Barocke Übermalung: um 1650 gotische Malerei um 1490

 

Technik : Öl auf grundierter Eichenholztafel

 

Gemäldemaße : H 100 x B 65 cm

 

Bildbeschreibung :

 

Das Gemälde befindet sich an der Rückwand des südlichen Nonnengestühls der Klosterkirche Preetz in der oberen Reihe der östlichen Loge.

 

 

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Die Restaurierung der Bilderbibel geht weiter.

Katharina Martinelli mit Team©Der Reporter

Quelle : ( Text und Bild ) Der Reporter

 

Mai - Juni 2014

 

Klosterfreunde ermöglichen mit vielen Spenden Restaurierung der Bilderbibel Preetz (sh).

Behutsam tupft Katharina Martinelli mit einem Wattestäbchen die Hand des Heiligen Gregorius. Voller Konzentration und Kunstfertigkeit nimmt sie den vergilbten Firnis, der aus Baumharz besteht, mit einem Lösungsmittel von dem Jahrhunderte alten Gemälde. Im vergangenen Jahr war die Diplom-Restauratorin schon einmal in der altehrwürdigen Klosterkirche aktiv. Die Gesellschaft der Klosterfreunde hatte durch Spenden erreicht, dass die ersten elf Bilder der über 300 Jahre alten Bilderbibel restauriert werden konnten. Nun wird zwölft weiteren von insgesamt139 wertvollen Bildern im Nonnengestühl des Adeligen Klosters Preetz fachmännisch ihr Glanz zurückgegeben. Drei bis fünf Tage braucht Katharina Martinelli für jedes Bild – ein mühsamer Prozess. „Es geht darum, der alten Farbe wieder Leben einzuhauchen", erklärt sie. Nach dem Entfernen des Firnis werden die Fehlstellen mit Kreidekitt aufgefüllt und mit Schellack isoliert. Diese und die durch Abrieb zerstörten Stellen werden anschließend von der Restauratorin und ihrem Team mit Gouache- und Aquarellfarbe retuschiert. Diese Wasserfarben sind reversibel so wie alle Maßnahmen der Restauratoren. An überraschenden Stellen kommt manchmal die erste Bemalung aus dem 15. Jahrhundert wieder zum Vorschein. Diese „Fenster in die Vergangenheit“ werden nicht übermalt. „Wir wollen nicht kreativ tätig werden und uns nicht auf der Spekulationsebene bewegen", erklärt Katharina Martinelli, "was nicht mehr zu erkennen ist, das belassen wir – wir dichten nichts dazu. Das schafft die nötige Distanz zum Künstler und seinem Werk." Am Ende des Prozesses verleiht Dammar-Harzfirnis den Gemälden wieder Tiefe und Strahlkraft. Seit über 300 Jahren erzählt die Bilderbibel in der Klosterkirche die Geschichten des Alten und des Neuen Testaments auf anschaulichste Weise: farbenfroh und liebevoll gemalt berichten die Gemälde an der Rückseite der Logen von der Verkündigung der Geburt Christi, vom Wiederaufbau Jerusalems oder den Aposteln, Propheten und Heiligen. Der Firnis des 17. Jahrhunderts ist gedunkelt, die Farbe rissig und in früheren Zeiten wurde mit den Kunstwerken zum Teil sehr ruppig umgegangen. Da guckt schon mal eine geschmiedeter Eisennagel als Garderobenhaken aus einem Bild oder es wurden kleine Türchen hinein gesägt und mit Schlössern versehen. Durch die Rücken der Nonnen wurde die Malschicht zum Teil über die Barocke und Gotische Schicht hinaus abgerubbelt – dann wird die Vorzeichnung auf Eichenholz sichtbar. "Das ist unsere letzte große Baustelle", sagt Otfried Kohl von den Klosterfreunden, die schon die barocke Kanzel, die aus dem Jahre 1573 stammende Klosterorgel, die Johannesfigur und viele andere Kirchenschätze zu restaurieren ermöglicht haben. Rund 250.000 Euro kostet die Restaurierung der Bilderbibel – ein Betrag, der sicherstellt, dass dieser Schatz die nächsten Jahrhunderte überdauert. "Soviel Geld schüttet man nicht aus dem Ärmel; umso glücklicher sind wir, dass wir durch unsere Aktivitäten und Spenden die 30.000 Euro für die Restaurierung der zwölf Bilder in den nächsten drei Logen zusammenbekommen haben.“ Über das große Engagement der Klosterfreunde freuen sich auch die Priörin Viktoria von Flemming und Propst Eckhard Graf von Hahn. „Der Förderverein hat so viel bewirkt, um diese Schätze zu erhalten, das ist mehr als bemerkenswert“, sind sich beide einig. Inwieweit Katharina Martinelli die Bilderbibel über den jetzigen Stand hinaus restaurieren kann „ist eine Geldfrage“, so Otfried Kohl. Einen Teil der Summe haben die Klosterfreunde bereits zusammengetragen, ein großer Teil fehlt aber noch. "Wir brauchen immer weitere Spenden und freuen uns auch immer über neue Mitglieder." Wer sich für die Klostergesellschaft interessiert oder gerne spenden möchte, bekommt Informationen im Internet auf:

klosterfreunde-kloster-preetz.de und bei Otfried Kohl per Email unter klostergesellschaft@gmx.de

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©Der Reporter

Das einzigartige Gesamtkunstwerk Bilderbibel erhalten

Klosterfreunde haben weitere 30.000 Euro in die Restaurierung

der biblia paupera in der Klosterkirche investiert

Preetz 26.August 2015

(ed)

Quelle der Reporter.

“Wir freuen uns, dass wir so weit gekommen sind”, strahlt Otfried Kohl, der Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde des Kloster Preetz, “dass wir Frau Martinelli bitten konnten, für weitere 30.000 Euro Bilder der Bilderbibel zu restaurieren.” Mit dieser weiteren erheblichen Summe, dem Erlös aus den zahlreichen Veranstaltungen, Konzerten, Aktionen und Produkten, die sich die Klosterfreunde in den vergangenen Jahren erdachten, um Geld für die Restaurierung der wundervollen Bilderbibel der Klosterkirche zu sammeln, sind es unglaubliche 90.000 Euro, die bereits investiert werden konnten. Am vergangenen Sonntag wurden im Gottesdienst feierlich 13 frisch restaurierte Bilder an das Kloster übergeben. “Macht 40 Bilder insgesamt”, sagt Otfried Kohl zufrieden. “Wieder einen kleinen Schritt mehr dazu beigetragen, die ganzen 139 Bilder zu restaurieren und für die Zukunft zu erhalten.” Denn das ist das Ziel der Klosterfreunde – “und obwohl es noch viele weitere Projekte, Kunstschätze gibt, die der Restaurierung bedürfen, werden wir erstmal nichts anderes angreifen, bevor die Bilderbibel nicht fertig ist. Es sei denn, es ist etwas vom Verfall bedroht.” So ungefähr geht es der Bilderbibel – wie auch an allen anderen Kunstschätzen tut der fast 500 Jahre alten Malerei das schwierige Klima im Kloster nicht gut. “Die Bilderbibel muss als Gesamtkunstwerk betrachtet werden”, sagt Katharina Martinelli, “als etwas ganz Besonderes, das erhalten werden muss.” Für die Restauratorin ist ebenso die Arbeit an der Bilderbibel etwas Besonderes “es ist spannend zu beobachten, dass innerhalb der Bilder verschiedene Malstile zu entdecken sind, die erzählen, dass mehrere Künstler daran gearbeitet haben.” Es ist ein bisschen wie heute – die Restauratorinnen aus Katharina Martinellis Atelier sitzen, stehen, knien auf Brettern im Nonnengestühl und arbeiten mit feinsten Pinseln, Wattenbäuschchen und viel, viel Fingerspitzengefühl. “Der Zerstörungsgrad ist an einigen Bildern noch höher als gedacht”, sagt Katharina Martinelli, die seit einigen Jahren immer wieder mit großer Kompetenz und viel Freude am Detail und an historischer Korrektheit an der Bilderbibel arbeitet. Ihr Ziel ist es nicht, die Bilder im neuen Glanz erstrahlen zu lassen – die Berliner Restauratorin gibt ihnen vielmehr ihren alten Glanz zurück. Dass der Zahn der Zeit an ihnen genagt hat, das darf man sehen – das Klima und die Feuchtigkeit im Kloster, aber auch die Spuren von baulichen Veränderungen vor Jahrhunderten, dem Einbau von Türen zum Beispiel, bei dem nicht eben zart mit den Gemälden umgegangen wurde, haben Kratzer und Abrieb verursacht. Einerseits sind es Schäden, andererseits aber gibt es auch Stellen, an denen der Abrieb echtes Glück ist – sie ließen nämlich den Blick auf eine weit ältere, gotische Bilderbibel zu, kleine Fenster in die Vergangenheit, die die Restauratorin auch nicht geschlossen hat. Katharina Martinelli und ihre Mitarbeiterinnen nehmen die jahrhundertealte Firnis ab, reinigen die Bilder, schließen Fehlstellen und Risse mit Hasenleim oder Champagnerkreide nach alten Rezepten, retuschieren sie vorsichtig, wenn es kleine Stellen sind, mit Gouache oder Aquarell. Um die Bilder für die nächsten 100 Jahre zu wappnen, wird dann Dammerharzfirnis aufgetragen, eine Firnis, die bereits vor Jahrhunderten verwendet wurde. Sie verleiht den Bildern Tiefenlicht und damit ihren alten Glanz zurück, ihre Strahlkraft – “und die kann entfernt werden, wenn sie vergilbt”, sagt Katharina Martinelli, “ein Vorteil gegenüber moderner Firnis.” So weit bekannt, ist die Bilderbibel der Klosterkirche ein einzigartiges Gesamtkunstwerk von wohl unschätzbarem Werk – die Priörin Anna von Buchwaldt hat sie Ende des 15. Jahrhunderts anfertigen lassen. “Als Armenbibel, eine sogenannte biblia paupera”, erklärt Viktoria von Flemming, die heutige Priörin des Adeligen Klosters Preetz, “die den Lese- und Lateinunkundigen die Bibelgeschichte in Bildern nahebringen sollte.” Dass es Anna von Buchwaldt war, die die gotische Bilderbibel hat übermalen lassen und somit dem Zeitgeschmack Rechnung trug, das weiß man aus dem Stockbuch – einer Aufzeichnung von Ausgaben und Einnahmen aus vergangenen Jahrhunderten.

Hier ist verzeichnet, dass die Priörin sich auf den Weg nach Lübeck machte und dort die Farben

für die Bilderbibel erstand. Heute eine Reise von etwas mehr als einer Stunde über die B76 – damals nicht weniger als eine Tagesreise in der Kutsche. Sie würde sich vielleicht – wie heute ihre Nachfolgerin im Amt der Priörin – über das Engagement der Klosterfreunde freuen: Klosterhonig, Klostersekt und -secco, Klosterschirme, der neue Klosterführer und die vielen Veranstaltungen im Kloster, alles initiiert von den Klosterfreunden, sind es, die es möglich machen, dass die Bilderbibel Stück für Stück restauriert wird. Mehr als ein Viertel ist nun schon geschafft. Dass die Klosterfreunde sich mit so viel Elan für die Bilderbibel einsetzen, freut besonders Priörin Viktoria von Flemming und Probst Eckhard Graf Hahn.

“Es ist unglaublich, wenn man so gefördert wird”, strahlt die Priörin, “dieser ehrenamtliche Einsatz ist unschätzbar.” Ebenso unschätzbar wie das Kunstwerk, um das sich alle Bemühungen drehen.

 

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